Kleines Lackmünzkabinett

– verkauft –

Datierung: Norddeutsch, 1700 – 1720

Maße: 37,6 cm (hoch), 27,1 cm (breit), 15,3 cm (tief)

Die Form des kleinen Münzkabinetts ist inspiriert vom Aufbau der bracket-clocks (Stockuhren) des späten 17. und frühen 18. Jahrhunderts, deren Mobilität durch einen Tragegriff auf dem dachartigen Deckel gewährleistet wurde. Der rechteckige Korpus enthält 12 Tablare für insgesamt 96 Münzen und unten eine Schublade.

Der japanischen Vorbildern des 17. Jahrhunderts folgende goldene Lackdekor mit flachen und leicht erhabenen Partien (hiramaki-e und takamaki-e) zeigt auf den Seiten und der Schublade in typischer Eineckkomposition japanische Seenlandschaften mit Pavillons, Brücke und über der Szene fliegenden Vögeln. Die Rückseite ist schwarz lackiert. Die Vorderseite betont durch die von je zwei profilierten, vergoldeten Knöpfen gezogenen Münztablare, die auf rot lackierten Zwischenböden laufen, und durch die Schublade den Charakter des Münzkabinetts. Ornamental gestaltete Ösen halten den Tragegriff, und der zentrale Beschlag der kleinen Schublade ist zusätzlich mit einer Maske akzentuiert.

Die etwas größeren Griffe der untersten Schublade wohl ergänzt, eine kleiner Tablargriff ersetzt.
Möglicherweise stand das Kabinett ursprünglich auf kleinen abgeplatteten Kugelfüßen. An den Kanten kleinere Gebrauchsspuren ,z.T. leichte Craquelébildung. Insgesamt schöner Erhaltungszustand.